Möchten Sie eine Alters-Patenschaft für einen Esel-Senior oder eine Esel-Seniorin übernehmen?

Ab 30 Jahren kommen unsere Esel auf einen «Alterspflegeplatz», wo Sie bis ans Lebensende bleiben dürfen.
Momentan sind dies Leila, Ribana und Faruk in der Region Weinfelden sowie Chicca und Josy im idyllischen Berner Seeland, welche eine längere Odyssee hinter sich haben. Zudem freut sich Dimitri im Bezirk Thal auf Ihre Patenschaft.

So funktioniert eine Eselpatenschaft

Wählen Sie Ihren Wunschesel ganz persönlich aus und übernehmen Sie für 250 Franken pro Jahr eine Patenschaft. Als Dankeschön erhalten Sie eine Urkunde mit dem Namen und einem Foto Ihres Patenesels. Die Patenschaft gilt jeweils ein Jahr ab Kaufdatum und kann beliebig oft verlängert werden.

Dimitri (Bezirk Thal)

Ich heisse Dimitri und bin 1991 geboren. Also ich habe schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. In meinen jungen Jahren lebte ich mit unterschiedlichen Eselkollegen und einer Stute zusammen. Doch leider war meine Zukunft nach zwei Todesfällen von sowohl einem Kollegen sowie meinem Besitzer unsicher. Die Besitzerin der Stute hat sich mir angenommen, damit nicht umziehen muss. Sie schaute gut zu mir, das war mein Glück!

Das Schicksal hatte aber erneut zugeschlagen. Die Eselin ist richtig krank geworden. Ein Tierarzt kam und meinte es wäre schön, wenn die Stute auf die ewig grüne Wiese über den Regenbogen dürfte. Schon wieder war ich alleine! 

Nun hat meine Besitzerin und die Pflegerin eine tolle Lösung für mich gefunden. Ich durfte zu zwei anderen Senioren auf einen Alterspflegeplatz der Eselmüller-Stiftung. Ich bin ja gespannt, ob die mich mögen oder ob ich die mag?

Leila (Region Weinfelden)

Ich bin die Leila und bin 35 Jahre alt. Vorher lebte ich mit einer anderen Freundin zusammen. Die hat mich aber vor ein paar Jahren verlassen. So war ich eine Zeit lang alleine. Doch meine damalige Besitzerin suchte eine etwa gleich alte Eseldame, die zu mir ziehen würde. Die Ribana fand ich auf Anhbieb wirklich cool. Wir konnten zusammen dösen, spazieren, essen und die Besitzerin pflegte uns, wie sich das gehörte. Es war richtig schön, so umsichtig gehalten zu werden.

Doch ein jähes Ende folgte: Unsere Besitzerin starb und niemand kümmerte sich mehr wirklich um uns. Manchmal bekamen wir Futter, manchmal auch nicht. Manchmal mit sauberem Wasser manchmal mit schmutzigem oder gar keinem Wasser ...

Wie durch ein Wunder kam im Januar 2024 eine junge Frau mit einem Hänger und holte uns ab. Wie glücklich waren wir, als wir aussteigen durften und die Frau am neuen Ort machte uns eine warme Suppe. Wir erhielten eine Decke und konnten uns aufwärmen. Es gab auch ganz kleines, geschnittenes Heu. Die Frau ist ein Eselengel

Chicca (Berner Seeland)

Ich heisse Chicca. Ich wurde am «Chaindon-Märit» an einen Mann verkauft, der mich alleine hielt. Nach etlichen Aufforderungen im folgenden Jahr erhielt ich eine Kollegin: Josy. Wenn eine von uns schrie, kam sofort ein Besen geflogen. Wir wurden einige Male weitergereicht. Ich hatte auf einmal grosse Schmerzen im Kiefer und konnte kaum noch Gras essen. Niemand hat mein Maul angeschaut, schon gar nicht mein Kiefergelenk. Ich wurde immer dünner und dünner. Als ich mit Josy wieder Zügeln musste, kamen wir auf einen Hof, sogar mit einem Stall. Leider gab es da Probleme mit der Gesundheit des Besitzers, und wir wurden wieder abgegeben. So zügelten wir noch einige Male, bis wir nun endlich hier einen Platz gefunden haben, wo wir bleiben dürfen. Mein Kiefer wurde behandelt, wir erhalten alles, was wir brauchen. Nur mein Rücken ist nicht ganz in Ordnung. Ich habe auch immer noch grosse Angst vor Besen, langen Gegenständen und vor allem von tiefen Stimmen. Ich darf keine Angst zeigen, Josy braucht mich. Sie kann nicht mehr gut sehen und ich muss ihr beim Orientieren helfen. Das ist ein Grund, weshalb ich nicht ohne Sie spaziere.

Josy (Berner Seeland)

Ich heisse Josy und bin etwas älter als Chicca. Ob das stimmt, ist nicht ganz sicher. Auch ich komme von diesem Markt. Zusammen mit Chicca sollten wir grüne Flächen abgrasen. Ich fand das mega toll. Leider hatte das negative Folgen für mich. Ich wurde immer dicker. Bis wir an die Stiftung abgegeben wurden, konnte ich kaum noch laufen. Zudem konnte ich keine Fliegen mehr verscheuchen. Mein ganzer Körper hatte grosse Fettpolster, die immer wieder belächelt wurden «Lueg en fette Esel». Das machte mich traurig. Meine Hufe hatten grosse Mühe, mein Gewicht zu tragen. Weil wir immer auf der Weide waren im nassen Gras, hatten diese grosse Spalten. Zusätzlich haben meine Augen gelitten. Ich sehe nicht mehr gut. Bei der Stiftung bekamen wir die Hufe wieder in den Griff. Zudem durfte ich nicht mehr den ganzen Tag essen. Das war hart, aber es geht mir viel besser. Wegen meinen schlechten Augen orientiere ich mich sehr an Chicca und mache alles genau wie Sie. Ohne Sie wäre ich wohl verloren ...

Ja und ich kann Fliegen wehren und meine Fettpolster verschwinden. Jetzt sagen alle «Ui ist das eine schöne Eselin»! Welch ein Wandel für mich.

Faruk (Region Weinfelden)

Hallo zusammen, ich bin Faruk und bin 36 Jahre alt. Meine Tochter Nina und ich mussten unser zuhause verlassen, weil unser Besitzer uns nicht mehr versorgen konnte.
Zum Glück durften wir zusammen bleiben und sind auf dem Alterspflegeplatz im Bezirk Weinfelden angekommen - endlich in Sicherheit, aber in schlechter Verfassung.
Ich war mager, mein Fell war struppig und das Fressen fiel mir schwer. Kein Wunder, mein Maul war ein einziges Desaster. Da hat über Jahrzehnte hinweg kein Zahnarzt Hand angelegt. Bis zu dem Tag, als meine Zähne fachgerecht versorgt wurden. Sie waren in einem so schlechten Zustand, dass einige direkt entfernt werden mussten. Kein Wunder, konnte ich nicht mehr gut fressen! Das bedeutet, ich brauche spezielles, eingeweichtes Futter, damit ich essen kann.
In meinem hohen Alter darf ich nun endlich Esel sein in Würde, draussen und mittendrin im Leben. Es ist noch ein langer Weg, aber es gibt endlich Hoffnung, dass jetzt alles gut kommt.

Nina (Region Weinfelden)

Nachruf für Nina (15. April 2026)

Liebe Nina,

dein Leben war von vielen Hindernissen geprägt. Gemeinsam mit deinem Vater Faruck lebtest du lange unter schwierigen Bedingungen, bis ihr von euren damaligen Besitzern geholt wurdet und endlich ein Zuhause finden durftet. Dort wurde vieles besser. Doch sobald etwas anstand Hufpflege, Zahnkontrolle oder andere Behandlungen kam der Tierarzt, um dich zu sedieren. Warum weis niemand.

Dieser Frühling stellte dich vor neue Herausforderungen. Die wechselnden Temperaturen machten deinem Körper zu schaffen. Deine Lunge war verschleimt, das Atmen wurde zur Anstrengung, begleitet von schweren, pumpenden Geräuschen. Die Atemnot wurde stärker, und auch dein Herz meldete sich. Du wolltest nicht mehr, hast das Futter verweigert und gezeigt, dass deine Kraft zu Ende ging.

Gemeinsam mit deiner Pflegerin haben wir die schwere Entscheidung getroffen und dich heute Morgen gehen lassen. Wir stellen uns vor, dass du nun hinter der Regenbogenbrücke bist, dort, wo Ribana schon auf dich gewartet hat.

Wir wünschen dir, liebe Nina, eine gute Reise ins Regenbogenland.

Möchten Sie einem unserer Senioren oder Seniorinnen helfen?

Oder sind Sie auf der Suche nach einem Patenesel an unserem Stiftungssitz in Grasswil (Kanton Bern)? Hier finden Sie weitere sechs sympathische Grauohren, welche sich über eine Patenschaft freuen

Dann kontaktieren Sie die Eselfachstelle oder füllen Sie einfach das unten stehende Formular aus (mit Angaben zum Rechnungsempfänger).

Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitung einer Patenschaftsanfrage bis zu fünf Arbeitstage dauern kann.

Die Eselmüller-Stiftung und die Esel Leila, Chicca, Josy, Dimitri und Faruk sagen schon jetzt: Vielen Dank für Ihre Unterstützung! ❤️

Formular für eine Esel-Patenschaft unserer Esel-Senioren